Sonndooxhorn übad Kraxenbachtäler


Bericht vom 6. Juli 2022

A gscheid taffe Tour hoobi, moi wieda Allo(h)a, am Middwoch, 6. Juli 2022 absolviert. Woos jezad ned nur do dro gleng is, dassi de alpinistisch auf jedn Foi forderndn Schteigal durch de Kraxnbachtäler (durchs Mittlere auffe, übas Hintere obä) aufs Sonndooxhorn gwäyhd hoob, sondan ah, weili no dazua mitm E~Kamäyh vo Dahoam üban Jochberg nach Weißbach obä und vo do üban Kaitai (Kaitloim) zur Schwarzachenoim g'rittn bin, woos hi und zrugg dann ah scho wieda 38 Kilometa bei 1442g Höhenmeta sann. Do woaßt dann nach zusätzlich 9 Std. Fuaßmarsch scho, woosD do host. Ja und dees Gelände erfordert fast de ganze Zeit erhöhte Aufmerksamkeit, Trittsicherheit, Ehrlichkeit, oiso Schwindelfreiheit und wias ah richtig auf de Schuidln schtäht, Grundkenntnisse da Kletterei. Sunst siegh i ja as Sonndooxhorn meistns in weiß und es is scho länger her, dassis amoi in grün xeng hoob. Aba no vui länger is her, dass i de Kraxenbach~Route gwäyhd hoob (muaß irgendwann in de 90ga gwen sei) und nachdem i erstaunlich vui vagessn hoob, wars scho fast wia a neijä Tour. Tja und wia offenbar ah scho vui Andere vor mir, hoobi dann ah no den guad austretnen Irrweg am langa Feyssbandl entlang eigschlong, der definitv ned da Sonndooxhorn~Gipfä~Rundweg is, sondan a Sackgasse, de je weida ma gähd oiwei schiacha und abschüssiger werd. Mei und wias mit soichanä Irrwege is, sann de oft deitlicha austretn ois da Normalweg, weil d'Leit ja den ah hi und zruck gengan. Jednfois hoobi do glei amoi a Stund vaplempad und somit ah amoi an obern Teil vo da Sonndooxhorn~Nordflanke kennaglernt. Is aba nix, woos ma unbedingt kennalerna muaß. Daweil waaradz glei amoi ziemlich am Anfang vo dem ausgeprägten Feyssbandl, rot markiert, mit a 2er Kraxelei (sann dann sogar amoi zwoa Eisenstifte drin) rechts auffe ganga. Tja, es guit wia oiwei, schau genau, dees is schlau! Woos de ganzn Kraxeleien betrifft, is de Tour ganz gwiss ned Jedermanns & ~fraus Sach. Technisch ned mehra ois a Zwoara, aba teilweis hoid scho a weng ausgsetzt und luftig, woos bsundas an Ausstieg aus da Schlüsselschtey aufn Sattel zwischen Sonndooxhorn und Hirscheck betrifft, wo i den rechten, vermeintlich Leichtan gwäyhd hoob. Der war aba desweng recht blääd, weil bei dera Mischung, aus Feyss, lose Schtoana und Erdn gar ned amoi so vui und guadä Griffe do warn und es hinta mir scho sauba obä ganga is. Do wars ma zwischndrin direkt a wengal schiah und i war froh, wiari endlich im Sattl gwen bin. Dees Querbandl weida drunt, woos ja offenbar vui fürchtn, hoobi dageng ned ois so schlimm empfundn. Is zwar scho ziemlich ausgsetzt, aba doch guad zum ummigeh. Sann hoid definitiv Psychoschteyhn und obä mächat i dees ois gwiss ned geh. Zum Glück is ja ah bei da Einmündung in Normalweg ah koa Schuidl, woos do obä weist. Guad so. Aba bis ma do hi kimmd, sann ah no etliche kurze Kraxleinlagen zu bewältigen, e'm ah die, die's vermeidet, dass ma den Irrweg ei'schloogd. Grundsätzlich da guadä Rat für eventuelle Nachahmer, oiwei möglichst am Grat bleim und nia de Pfadei ind Nordflanke nehma. Nachdem woi den Bericht ned Alle lesn wern, i aba de Hinweise für wichtig er8t, hoobi ah noamoi a Einschätzung in Hanoveranisch (woos i ja tatsächlich ah beherrsch ;-) )vafasst. De is sowoi im Album, wia ah im Njus Fiieed ois Kommentar vorhanden. Ansunstn muaß ma song, dass si da Bsuach vo de Kraxenbachtäler ah ohne Kraxelei OM aussi, absolut rentiert. Gibt woi wenig Bergbachtäler, de asooscheeschoo sann und es loo'n ned nur etliche Gumpn zum Auffeboo'n ei, sondan es sann ah jede Menge gräßara und gleanana Wasserfäyh zu bewundern, wiadz ja ah auf de Buidln seng kenntz. Faszinierend koo i Eich nur song. Wobei scho ah die Wege guadä Trittsicherheit erfordern und teilweis ah ziemlich ausgwaschn und schlecht beinand sann. Dees guit für beide Täler. Obacht gebm, länger lebm! Aba woih weil dees so is, hoobi auf da ganzn Schtreck, auffe wia obä koane Leit ned droffa und erst kurz vor da Schwarzachenoim, wo i davor de letztn Leit xeng hoob, is ma a jungs Paar entgeng kemma. Dafür hood, wias xoogd hamm, a lustige Belegschaft bei da Brotzeithüttn, auf mei E~Kamäyh aufbassd, woos hinta da Hüttn o'bundn war. Dankscheen noamoi, liabä, lustigä Leit! Ja, seybst aufm Sonndooxhorn drOM war i dann ganz All~Ein, voi fein. Wiari dees nur oiwei wieda so guad dawisch, woaß ah ned? Allahdinx koo's ah do dro gleng hamm, dass da Gipfä im wahrstn Sinne des Wortes ziemlich beschissen war. Übaroin is Schafsscheisse rumgleng und dementsprechend vui Fliang warn ah im Einsatz. Aba bessa Fliang ois Breema, vo dene hoobi aufm gesamtn untern Teil wieda etliche damadschn deafa. Bsundas am Rückweg im Hintern Kraxenbachdoi warns wieda gscheid lästig, de Sauviecha. De hood doch echt da Deifä xeng, zefix! Womöglich sann ah desweng do so wenig Leit untawex gwen, wer woaß? Tja, foiss des junge Paar, woos ma no entgeng kemma is, do evtl. lauschige Stundn vabringa woit, kannts sei, dass dees eahna de Deifäsbruat sauba vasaut hood. Lang hoitstas do ned aus, scho garned wennst nass bist. Apropos Hinteres Kraxnbachdoi. Dees werd ja, wia as Mittlere ah, OM vo am großen Kar abgschlossn und de Ruahpadinga song Großer Sand dazua. I dad do ja eha Schuttreissn dazua song. Ja und ebm aus Ermangelung an "Sand" war de zum Obärutschn ah glei gar nix Gscheids ned. Dees häddi eigentlich ah irgendwia bessa in Erinnerung ghabt, aba vielleicht is dees ganze guadä, geeignete Zeigl durch etliche Bergsteiger in da Zwischenheit nach unten transportiert worn. Weil zumindest im untern Teil wars passabel und so hoobi dann doch amoi einige Höhenmeta a weng flotter hinter mir lassn kenna. Dafür hoobi dann de Schuah amoi kräfig auslaarn deafa, de warn nämlich ned nur gscheid schtaubig (verkalkt), sondan ah innen drin volla gloana Schtoana und host in de Schuah an Kies, gähtz si's hoid scho eher mies. Fotos hoobi dann sage und schreibe 280ge zammbracht und es war wirklich garned so leicht, de große Auswahl auf guadä 100 runterz'reduziern. Hädd z.B. scho no vui mehra Buidln vo de Bäch ghabt und ah no etliche Türkenbundlilien mehra. Oiso de Teile fasziniern mi ja scho voi. Ma kannt moana, de waaradn irgendwia garned vo dera Erdn. Ah ja, eh i's vagiss: Nadialich woit i no dem debbadn SUV-Fahrer, der auf da Jochbergstraß gmoant hood, dassi scho aufn Schoodda ausweich und koan Millimeta aufd Seitn gruggd is, an Gruaß schigga. War scho denkbar knapp und dees gähd ah glei an alle rücksichtlosen Lenker von so überbreite Dschääsn: Denkts amoi a bissal nooch, wasDz mit dem Fahrstil riskierts. I hoob gheart, dass hinter Schwedische Gardinen ned so gmiatlich is, wia hinta Eijam Lenkradl. Wahrscheinlich werds der BGDler woi ned direkt lesn, aba vielleicht kimmdz ja doch irgendwia bei eahm und de von seiner Art o...zum Glück is ja dann nix bassiat und ah sunst bini guad und heil aufd Nacht ummara hoibä 10ä wieda hoam kemma und dafür bini am Uakan Tanka (oda wiadz ah imma nenna woits...) sehr dankbar! ~ ~ ~ Fazit: Wieda amoi an gscheid gehaltvollen Bergdoog dawischt und ned nur 9 Schtund Allo(h)a in a wuidromantischn Natur unterwex gwen, sondan ah a baar hoaklig~wuidä und a wengal luftige Abenteuer er~ und überlebt. Woos ma zu der Tour sunst no song koo: Gscheid laaaaaang!

 

Wichtige Infos zur Tour, für Alle, die sie nicht kennen, aber gedenken, sie gehen zu wollen!


Aufgrund des wohl wichtigen Inhalts ausnahmsweise in Hanoveranisch verfasst:

Diese Route gehört wohl zu den anspruchsvollsten alpinistischen Unternehmungen (auf markierten Wegen) in den Chiemgauer Alpen. Sie ist nicht nur sehr lang, sondern erfordert auch stetig große Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und wie es auch auf den Hinweisschildern steht, Grundkenntnisse der Kletterei. Die Passagen sind zwar technisch nicht schwerer als 2, aber doch teilweise ziemlich ausgesetzt und luftig und somit psychologisch anspruchsvoll! Von einem Abstieg vom Sonntagshorn ins Mittlere Kraxenbachtal würde ich eher abraten, sondern diesen Weg nur im Aufstieg wählen. Bei Nässe ist der Steig generell nicht empfehlenswert. Das gilt aber auch für den Steig durchs Hintere Kraxenbachtal. Auch sehr wichtig: Immer gut auf die roten Markierungen achten, denn es führen mehrere, gut ausgetretene Irrwege in die obere Nordflanke des Sonntagshorns, in ziemlich tückisches und abschüssiges Gelände. Gerade weil ja Irrwege durch Hin- und Rückweg begangen werden, sind sie oftmals entsprechend ausgeprägt. Faustregel, immer möglichst am Grat bleiben und der roten Markierung folgen! Wenn Ihr länger keine rote Markierung seht, besser wieder umdrehen. Es führen keine sicheren Alternativrouten auf der Nordseite zum Gipfel! Die schwierigste und heikelste Passage der Tour ist gewiss die Schlüsselstelle oberhalb des Großen Sands aus dem Mittleren Kraxenbachtal hinaus und da sind besonders die Ausstiege ziemlich fordernd. Der vermeintlich Leichtere und Kürzere, rechts, ist deshalb etwas heikel, weil durch das lose Gestein und Erdanteile, wenig sichere Griffe und Tritte vorhanden sind. So ist der Längere linke Ausstieg wohl deutlich griffiger. Auch nach Erreichen des Sattels zwischen Sonntagshorn und Hirscheck erwarten einen am Gipfelgrat noch etliche kurze Kletterpassagen (teilweise auch 2), die aber bei Weitem nicht so ausgesetzt sind. Der vermeintlich leichtere Abstieg übers Hintere Kraxenbachtal ist auch nicht ohne, wenn hier auch die Kraxeleinlagen eher kurz und einfach sind. Aber gerade die Passage bis zur Hinteren Kraxenbachscharte und auch der Einstieg in den oberen Teil des Kares erfordern viel Aufmerksamkeit und Trittsicherheit. Ist alles ziemlich brüchiges, rutschiges und teilweise ausgewaschenes Terrain. Die Schuttreissen selber ist leider durch größere Gesteinsbrocken gar nicht gut zum "Abfahren" geeignet, wenn dann eher im unteren Teil. Somit ist auch dieser Teil ziemlich anspruchsvoll. Aber auch die beiden Kraxenbachtäler weisen etliche ausgewaschene und nicht abgesicherte Passagen auf. Sind zwar derzeit alle zu meistern, aber es ist trotzdem erhöhte Vorsicht geboten. Auch sonst empfiehlt es sich, jeden Schritt auf diesen Wegen zu prüfen. Die erstaunliche Länge der Tour ergibt sich demnach auch aus diesen Umständen, gerade weil man runter nahezu genauso lang braucht, wie rauf. Hier sind die Zeitangaben auf den gelben Schildern von jeweils 4 1/2 Stunden gar nicht mal so unrealistisch. Wer mit solchen herausfordernden alpinen Wegen nicht vertraut ist, sollte vielleicht doch besser den leichten, wenn auch mehr frequentierten Normalweg aus dem Heutal über die Hochalm auf das Sonntagshorn wählen. Die Aussicht ist ja dann genauso schön. ;-) Jedenfalls, die Warnungen auf den gelben Schildern kurz nach der Schwarzachenalm sind keineswegs übertrieben. Ich würde sie sogar noch drastischer formulieren: Steige nur für erfahrene Alpinisten und Kletterer und nix für gewöhnliche Bergwanderer!
Wurde auch auf Alpenverein Aktiv veröffentlicht:
Siehe www.alpenvereinaktiv.com/de/tour/sonntagshorn-ueber-kraxenbachtaeler/245912027/;