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Beschreibung der alten natürlichen Feiertage

Wenigen Menschen hierzulande sind noch die alten Feiertage die sich nach dem natürlichen Lauf der Gestirne orientieren und einen starken Bezug zur Natur und zur jeweiligen Jahreszeit herstellen, bekannt.

In unseren Kreisen werden diese Feiertage bereits seit vielen Jahren im Wald draußen gefeiert. 

  • das Jahr beginnend mit der Wintersonnenwende  am 21. Dezember - Yul
  • die Winterhalbzeit im Februar, das Lichtmessfest - Imbolc/Brigid
  • die Frühlingstagundnachtgleiche  am 21. März - Ostara
  • die Frühlingshalbzeit in den Hohen Maien  - Beltane/Walpurgis
  • die Sommersonnwende  am 21. Juni (oben auf den Bergen) - Litha
  • die Sommerhalbzeit, Ende Juli, Anfang August, das sogenannte Schnitterfest  (Getreideernte) - Lamas/Lugnasadh
  • die Herbsttagundnachtgleiche  am 23. September - Mabon
  • und die Herbsthalbzeit Anfang November, das Druidenneujahr - Halloween/Samhain 

 


Wintersonnwende – Yulfest – 21.12.

(Aktualisiert am 20.06.2015)

 

Das Jahr beginnt im natürlichen Kalender mit der Wintersonnenwende am 21. Dezember. Es ist der kürzeste Tag und die längste Nacht. Ab diesem Zeitpunkt, wenn die Sonne ins Tierkreiszeichen Steinbock eintritt, werden die Tage – wenn auch erst einmal unmerklich – wieder länger. Dieses Fest nannte man früher JUL oder YUL, was soviel wie Rad oder Drehen bedeutet. Das mag daher kommen, dass nach altem Brauch, neben dem Entzünden großer Sonnwendfeuer, auch Feuerräder den Berg hinab gerollt wurden, symbolisch für das Sonnenrad. Es gibt aber auch die Theorie, dass dieser Brauch in Zusammenhang mit einem Kometen steht, der im Chiemgau niedergegangen sein soll und von dem der berühmte Spruch aus den Asterix-Heften, dass der Gallier/Kelte nichts fürchtet, als dass ihm der Himmel auf den Kopf fiele, stammen soll. Es soll sich um einen Streukometen gehandelt haben, der beim Eintritt in die Erdatmosphäre explodierte und so nur in vielen Teilen auf die Erde kam. Der Einschlag soll sich zwischen 2200 und 300 v. Chr. ereignet haben. Es gibt zwar etliche Fakten, die darauf schließen lassen, dass dem so war, jedoch auch weiterhin viele Gegenargumente und somit keinen eindeutigen Beleg. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Einschlages ist jedoch ziemlich hoch, gerade wenn man auch mal bedenkt, wie oft Himmelskörper in den letzten 100 Jahren die Erde getroffen haben und obwohl alle ziemlich klein, doch ziemlich verheerende Auswirkungen hatten.

Auf jeden Fall ist das YUL-Fest ein Fest der Hoffnung, dass nach der Dunkelheit und Kälte wieder lichtvollere und wärmere Tage folgen mögen. Die keltische Wintergöttin Perchta (abgeleitet vom keltischen Wort Peratha, das Licht) symbolisiert diese Zeit. Sie hat zwei Gesichter, eine hässliche Fratze vorne, die den Winter darstellt und ein schönes, sonniges auf der Rückseite, das den Sommer und die Hoffnung auf Wärme und Licht verkörpert. In ihrem Gefolge tanzen die Perchten, zottelige Wesen mit wilden Fratzen, um sie herum. Sie sollen den Wintergeistern Einhalt gebieten. Dieser Perchtenbrauch ist vielerorts auch heute noch in Bayern und Österreich, sowie in namentlichen Abwandlungen im Schwabenland und in der Schweiz, zu finden. So laufen und tanzen zumeist in den Rauhnächten – die ersten 12, 13 oder 16 Tage ab der Wintersonnenwende (darüber gibt es unterschiedliche Meinungen) – meist junge ledige Männer mit Fellkostümen und aufwendig geschnitzten Holzmasken – wie ich sie übrigens auch schnitze – von Haus zu Haus, um die Wintergeister zu vertreiben und Glück und Segen zu bringen.

(Bild Perchtenmasken)

Ein keltische Name dieses Festes ist auch „Alban Arthuan“, was soviel wie „Viertel des Bären“ heißt, also die Regentschaft des „Totem-Tier“ Bär.

Das Wintersonnwendfeuer ist für gewöhnlich ein sehr großes Feuer, denn alle, die sich in dieser Nacht drum herum gesellen, sollen genug Wärme abbekommen und niemand soll frieren. Dieses große Feuer veranschaulicht auch schön den gesamten Jahreslauf. Denn klein fängt es an zu lodern, wächst stetig heran, erreicht irgendwann seinen Höhepunkt (Sommersonnenwende), bricht daraufhin zusammen und entfaltet dann erst seine größte Hitze (Hochsommer). Dann wird es allmählich wieder kleiner wird zum Gluthaufen und am Ende bleibt nur noch Asche. Und doch ist noch genügend Glut da, um es wieder neu zu entfachen..

 

 

 

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Lichtmess * Imbolc * Brigid

Das darauf folgende Jahreskreisfest heißt IMBOLC oder BRIGID und wird gewöhnlich in der Zeit von Maria Lichtmess am 2. Februar gefeiert. Allerdings ist anzunehmen, dass sich die alten Völker hier, wie auch bei den anderen drei „Zwischenfesten“, nach dem Stand des Mondes gerichtet haben, da sie sich ja nach keinem römischen Kalender orientierten. So, wie sich die zwei Sonnwenden und die zwei Tag- und Nachtgleichen an der Sonne orientieren und klare Fixpunkte im Jahreskreis sind, wurden die restlichen vier Jahreskreisfeste nach jeweiligen Mondstand gefeiert und waren somit vom jeweiligen Termin her flexibel. Möglicherweise und so feiern auch wir diese Feste heutzutage, wurden sie direkt den 4 Mondphasen zugeordnet: Also Samhain dem Neumond, Imbolc dem zunehmenden Halbmond, Beltane dem Vollmond und Lamas dem abnehmenden Halbmond. Warum das so ist, erklärt sich in den folgenden Erläuterungen dieser Feste.

Der Name IMBOLC soll soviel wie „Rundum-Waschung“ bedeuten und betont den Reinigungsaspekt dieses Festes. Es wird auch „Oimelc“ genannt und bezeichnet die Zeit für das erste Milchgeben der Schafe im Frühjahr.

BRIGID ist eine irisch-keltische Göttin mit drei Gesichtern, die die drei Aspekte der Frau symbolisiert, die Jungfrau, die Frau und Mutter, sowie die alte Weise. Ihr zu Ehren wurde dieses Fest abgehalten. BRIGID wird übersetzt mit "die vom Strahlenkranz umgebene", was auf ihre Lichthaftigkeit schließen lässt. Sie löst die dunkle Göttin Perchta, in anderen Gegenden auch Frau Holle, Holda oder Cerridwen genannt, ab.

Der Name Lichtmess trifft die Bedeutung des Festes auch sehr gut, da hier die Wiederkehr des Lichtes zelebriert wird. Denn nun, Anfang Februar ist dann doch ein deutlicher Unterschied der Tageslänge zu bemerken und die Hoffnung, dass nun doch bald endlich der Frühling Einzug erhält, wächst immens, auch wenn noch einige kalte Tage zu überstehen sind. Das Thema dieses Festes ist Licht ins Dunkel bringen und so feiern wir es gerne in einer Höhle und entsprechen mit dem Entzünden des Feuers diesem Sinn.

Bei den Naturvölkern wird diese Zeit als der „Mond der Rast und Reinigung“ bezeichnet, was wiederum mit der Wortbedeutung von Imbolc korrespondiert. Und in dieser Zeit sollte man auch eher inne halten, reflektieren, rasten und sich reinigen und nicht, wie heutzutage, völlig entgegen dem natürlichen Rhythmus, ausschweifende Karnevals- und Faschingsfeste feiern. Hier sind offenbar zwei unterschiedliche Bräuche in dieser Zeit – wohl im Interesse manch prüder Kirchenleute – verknüpft worden. Einerseits das Winteraustreiben durch maskierte Menschen, wie den oben erwähnten Perchten und andererseits das Maskieren beim eher lustvollen und ausschweifenden Beltane-Fest. Dies jedoch wird erst im Mai gefeiert, wo der Sinn danach wohl auch erheblich höher ist. Doch das war offenbar so manchem, eher lustfeindlich eingestellten Kirchenmann ein Dorn im Auge und so wurde es möglicherweise aus diesem Grunde in die kältere Jahreszeit verlegt, in der die Lust und Freizügigkeit von Natur aus eingeschränkt ist. Allein schon, dass man hier doch erheblich mehr Kleidung tragen muss und weniger nackte Haut sieht. Jedenfalls ist für diese Zeit ein ausschweifendes, lustbetontes Fest eher unpassend und stattdessen innere Einkehr, Reflektion und Reinigung angesagt.

Interessant ist die Tatsache, dass bis zu Lichtmess die Hofknechte, die nicht länger beschäftigt werden sollten, durchgefüttert und beherbergt werden mussten und erst dann hinaus geschickt werden durften. Allerdings war das, wenn man mal bedenkt, dass Anfang Februar oft noch empfindliche Minusgrade herrschen können, auch nicht gerade immer besonders vergnüglich.

 

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Ostara * Frühlingsanfang * Frühlings-Tag & Nachtgleiche * Equinox

Das nächste Jahreskreisfest ist OSTARA, die Frühlings-Tag- und Nachtgleiche, die zwischen 20. und 22. März gefeiert wird, je nachdem, wann die Sonne ins Tierkreiszeichen Widder eintritt. Die Sonne steht nun senkrecht über dem Äquator, der Tag und die Nacht sind gleich lang, der Frühling beginnt. Traditionell betrachten die Astrologen den Eintritt in das Tierkreiszeichen Widder als Jahresbeginn. OSTARA ist die Frühlingsgöttin, die sich der Sage nach, um unentdeckt zu bleiben, immer wieder in eine Häsin verwandelt, woher wohl das Bild vom Osterhasen herrührt. Weder Ostern, noch der Hase, noch das Ei sind christlichen Ursprungs. OS ist die Rune, die mit Mund, Klang und Gesang in Verbindung steht und TAR bedeutet Zeugung, Schöpfung, TARA ist die Zeugende und Schöpfende. So kann man OSTARA als die „Klangzeugende“ interpretieren. Das steht damit in Zusammenhang, dass zu dieser Zeit plötzlich wieder sehr viel Klang und Gesang (z.B. das Gezwitscher der Vögel und allerlei Balzgeräusche) im Wald zu hören ist und dass die, in dieser Zeit häufig auftretenden Frühjahrsstürme geräuschvoll den Winter hinfort blasen. Urplötzlich sprießen und gedeihen überall aus dem Boden die Pflanzen und das bisher brachliegende Land wird wieder fruchtbar. Ein altes Symbol der Fruchtbarkeit ist das Ei, das ja auch heutzutage, in der Osterzeit sehr viel Beachtung bekommt.

Wir halten zu diesem Fest gerne eine Schwitzhütte – Ur-Dampf-Sauna nach indianischen Überlieferungen, wohl aber auch von hiesigen Völkern praktiziert – ab, weil dieses alte Reinigungsritual eine gute Möglichkeit bietet, Altes abzustreifen und neugeboren, die nächste Lebensphase zu beginnen.

(Bild Schwitzhütte)

Eben so, wie auch die Pflanzenwelt nun deutlich bemerkbar eine Neugeburt feiert und es überall wächst, sprießt und gedeiht.

Die vorherrschenden Heilpflanzen dieser Zeit sind der Bärlauch und die Brennnessel. Beide haben sehr reinigende Wirkungen und eine Kur mit ihnen ist auf alle Fälle empfehlenswert!

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Beltane – Walpurgis - Hohe Maien

Das nachfolgende Jahreskreisfest ist BELTANE und wird in der wohl schönsten Zeit des Jahres, dem Mai – altgermanisch für Jung – gefeiert. Da die Kraft des Mondes zum Vollmond am stärksten ist, wurde hier wohl schon seit jeher das Fest der Lust, der Freude und der Wonne zelebriert. Zu BELTANE – wird übersetzt mit Feuertanz – oder auch Beltain gingen früher, bevor das von der Kirche immer mehr unterbunden wurde, die Dorfbewohner hinaus auf die Felder, zündeten Freudenfeuer an, tanzten und liebten sich dort auch. Dabei soll es gang und gäbe gewesen sein, dass sich die maskierten Teilnehmer in freier Wahl einen Partner wählten und mit ihm die Wonnen der Liebe teilten. Alle ehelichen Bündnisse waren angeblich für diese Nacht aufgehoben, woher wohl auch der Name Freinacht rührt. Den alten Völkern blieb es wohl nicht verborgen, dass sich gelebte Sexualität positiv auf das Pflanzenwachstum auswirkt, was ja heute bereits wissenschaftlich belegt ist. So hatte dieses Fest nicht nur den Sinn, die sonst geltenden Grenzen zu überschreiten und möglicherweise als natürliches Ablassventil zu fungieren, sondern zugleich auch die Fruchtbarkeit, der die Bevölkerung ernährenden Felder zu fördern. Als die Macht der Kirche immer stärker wurde und überall durchsetzte, wurde der alte Kult immer mehr im Verborgenen ausgeübt und so bekam die Walpurgisnacht mit der Zeit ein anrüchiges, obszönes und sogar schwarzmagisches Image und wurde zur Nacht der (bösen, verdorbenen und gefährlichen) Hexen deklariert. Zumal heutzutage offenbar nur wenige wissen, dass die Heilige Walpurga eigentlich die Schutzheilige gegen Hexen und Dämonen ist und keine altgermanische Göttin, wie manch einer behauptet. Viele sogenannte Neuheiden oder Pagans feiern in der Walpurgisnacht das Beltane-Fest und sind sich darüber gar nicht bewusst, dass Walpurga diesem Kult energetisch eher konträr gegenüber steht. Doch, wie schon weiter oben erwähnt, hatten die alten Völker keinen derartigen Kalender, wie wir heute und wussten somit auch nicht, wann der 30. April oder der 1. Mai ist. Und so richteten sie sich wohl nach dem Vollmond, der sich bezeichnenderweise zu dieser Zeit im durchaus lustvollen Tierkreiszeichen Skorpion befindet. Deshalb kann das Beltane-Fest in einem Zeitraum vom 21. April bis 21. Mai stattfinden, je nachdem wann der Erdtrabant in dieser Phase rund wird. Es ist jedenfalls die Zeit der Blüte und traditionell wird zu dieser Zeit vielerorts eine, mit Blumenkranz geschmückte Maikönigin gewählt. Auch der Brauch des Maibaumaufstellens ist schon sehr alt, gerade, wenn man weiß, dass jegliche Baumkulte von den hiesigen, vorchristlichen, die Natur verehrenden Völkern, stammen, denn in der hebräischen Wüste hatten Bäume nicht einen solchen Kult- und Verehrungsstatus wie hier. Auch den in Bayern noch oft praktizierte „Bandltanz“ gibt es schon ziemlich lange und das Wort „anbandln“ scheint hiervon auch seine Bedeutung bekommen zu haben, da man sich bei diesem Tanz Runde um Runde näher kommt. Interessanterweise ergibt sich, bei korrekter Ausführung des Tanzes, ein Rautenflechtmuster auf dem Stamm des Maibaums, woher womöglich auch die Rauten im Bayerischen Wappen ihren Ursprung haben. Denn es sollen hierfür gerne blaue und weiße Bänder verwendet worden sein. Die Raute an sich, entspricht der Form der Ing-Rune und diese wiederum steht für die Fruchtbarkeit und Erfolg. So hat Bayern also demnach ein sehr fruchtbares und Erfolg verheißendes Wappen. BELTANE ist gewiss auch ein guter Zeitpunkt für Eheschließungen, sozusagen in den Hoch-Zeiten des Jahres. Diese wurden wohl auch gerne im Zusammenhang mit dem Maibaum-Ritual abgehalten. Jedoch galt diese Ehe, laut Überlieferung, nicht für das gesamte restliche Leben, sondern nur für ein Jahr und einen Tag und wurde dann entweder erneuert oder auch wieder getrennt. Da jedweder Nachwuchs in früherer Zeit Kind des Stammes war und nicht nur von Vater und Mutter, war die Trennung eines Paares möglicherweise unproblematischer als heutzutage. Doch, wie es wirklich war, ist spekulativ und wohl auch von Stamm zu Stamm unterschiedlich gehandhabt worden. Auch die Frage, ob es in der Freinacht wirklich wilde Orgien gab – was in solch intimen Stammesverbänden sicherlich nicht unproblematisch gewesen ist – kann nicht wirklich beantwortet werden. Möglicherweise rühren diese Legenden eher aus einer Zeit, als die Anhänger der alten Kulte gegen die lustfeindlichen Strömungen der Kirche mit mehr Vehemenz derartig agierten und in dieser Weise womöglich Protest ausübten. Oder sie sind auch einfach nur Erfindungen und Projektionen, die aus der Negativ-Propaganda von Kirchenleuten resultieren.

Die Geschichte ist ein Geschichte. Eine Schicht lagert über der anderen Schicht und so kann man meistens nicht sehen, was sich darunter befindet.

Auf jeden Fall ist es angemessen bei diesem Fest der Freude, das göttliche Geschenk der Sexualität zu zelebrieren und das möglichst so, dass es allen Beteiligten gefällt.

 

Wohl bemerkt, ich bin weder gegenüber der Institution Kirche, noch einer anderen religiösen Gemeinschaft, grundsätzlich feindselig eingestellt! Doch haben unweigerlich einige einzelne Kirchenmitglieder in deren Namen, ausgestattet mit (viel zu) viel Macht, in den letzten zwei Jahrtausenden für sehr viel Ungemach, Unfrieden und Verwirrung gesorgt. Zudem haben sie die Lehren ihres Propheten und Religionsstifters missachtet und verraten und Andersgläubige unterdrückt, eliminiert oder zwangsmissioniert und auch dafür gesorgt, dass deren umfangreiches Wissen (fast) verloren gegangen ist. Nur deren Tun und Wirken spreche ich hier jeweils in diesen Texten an!

 

 

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Maibowle (Maitrank, Maiwein, Waldmeisterbowle)

In dieser Zeit blüht an der Mangfall der Waldmeister, ( Galium odoratum L.) auch Meier oder Herzfreund genannt. Der Waldmeister ist eine der bekanntesten Maienpflanzen, vor allem durch die Maibowle, die schon lange in Mitteleuropa beliebt ist und sich bis heute erhalten hat. Bereits im Jahre 854 schrieb der Benediktinermönch Wandalberuts aus dem Kloster Prüm “Schütte perlenden Wein auf das Waldmeisterlein”.  Der Maiwein wurde nämlich auch als medizinisches Getränk zur Stärkung von Herz und Leber im Kloster ausgeschenkt. Überliefert ist, dass die Maibowle wahrscheinlich als Liebestrank bei den Mai-Hochzeiten kredenzt wurde. Denn sie regt unsere Liebesbereitschaft merklich an, da die Wirkung des Waldmeisters Körper und Seele entspannt und Hemmungen nimmt. Für diese Wirkung sollte man allerdings nicht zu viel Waldmeister in die Bowle tun.

Denn in stärkerer Dosis konsumiert ist der Waldmeister ein kräftigendes und wachmachendes Kraut (v.a. durch den Wirkstoff Cumarin, das ähnlich anregend wie Koffein wirken kann); er stärkt auch Herz und Leber. Für den Ansatz von 1 Liter Maibowle sollte man nicht mehr als 3 g frisches, angewelktes Kraut nehmen. Dabei wird das angewelkte Kraut mit Sekt, Weißwein, weißem Traubensaft oder Mineralwasser übergossen. Wer das Kraut einweichen will, sollte es maximal für ½ Stunde tun und die Stängel heraushängen lassen, damit die Bowle nicht zu bitter wird!

Wer jedoch zuviel davon nimmt, wird erkennen, warum der Waldmeister als Meister des Waldes gilt. Denn dann verbindet er uns mit der Wildheit und Stärke der Waldgeister, die einem nicht mehr loslassen. (Nachweislich können hohe Cumarindosen Kopfschmerzen , Herzrasen und Übelkeit verursachen!)

(Text von Hanselix)

 

 


Litha * Alban Hevin * Sommersonnenwende * Mittsommernacht

 

Mit der Sommersonnenwende, auch LITHA genannt, am 21. Juni ist der Höhepunkt des Jahres erreicht. Traditionell werden auch hier große Sonnwendfeuer entzündet, im Alpenraum auch gerne auf den Berggipfeln.

Auch der, bei der Wintersonnenwende bereits beschriebene Brauch der Feuerräder soll hier praktiziert worden sein. Doch war das wohl im Sommer bei Waldbrandgefahr nicht gerade ungefährlich. Doch mag es vielleicht sein – so mutmaßten wir bereits – dass es deshalb zu dieser Zeit, zumindest im Alpenraum, sehr häufig regnet. Das kann aber auch daran liegen, dass die Sommersonnenwende sehr oft mit der sogenannten Schafskälte zusammen fällt. Der Höhepunkt des Jahres ist erreicht, die Sonne erreicht, mit dem Eintritt ins Tierkreiszeichen Krebs seinen höchsten Stand und steht senkrecht über dem Wendekreis des Krebses. Der Sonne zu Ehren wird wieder ein großes Feuer entzündet und es soll Glück bringen, über dieses zu springen, wenn es wieder kleiner geworden ist. Auch wenn nun erst der Sommer beginnt und die heißesten Tagen noch bevorstehen, geht es ab sofort wieder abwärts und die Tage werden, wenn auch erst einmal unmerklich, wieder kürzer. Ein keltischer Name dieses Festes heißt „Alban Hevin“ oder „Alban Hefeyn“. Leider hab ich dafür trotz intensiver Recherche keine Übersetzung gefunden. Diese Bezeichnung, wie auch die für das Yul-Fest „Alban Arthuan“, sollen eher neuzeitliche Namensgebungen sein, die nicht aus älteren Quellen belegt werden können.

Gleiches gilt aber auch für den Namen LITHA. Dennoch sind beide Bezeichnungen heutzutage bei allen Neuheiden, Pagans und Wicca's, die diese alten Feste wieder aufleben lassen, gebräuchlich uns so verwenden auch wir sie bei unseren Jahreskreisfesten.

 

 

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Lamas - Lugnasad - Schnitterfest

 

Anfang August ist eine Zeit der Fülle. Die Beeren reifen, das Getreide wird geerntet. Es sind leichte unbeschwerte Tage, denn es ist so richtig Sommer (na ja nicht immer!), es ist die heißeste Zeit des Jahres und nur die Gewitter sorgen für die willkommene Abkühlung.

Lugnasad heißt: Die Hochzeit des Lug – Lug ist der keltische Sonnengott. Der Sonnen-Gott ist (in der Jahreskreischronologie) nun jenseits der 30, die Göttin hat empfangen und so ist es Zeit für die große Hochzeit.

Schnitterfest kommt daher, das es die Zeit ist, das Getreide zu ernten, was ja früher noch mit der Sense geschah. Der Aspekt des Todes ist hier präsent, denn das Getreide muss abgeschnitten werden, damit das nährende Korn dem Menschen dienlich sein kann.

Die Sonnenkraft hat seit der Sommersonnenwende begonnen abzunehmen und obwohl es eine freudige und glückliche Zeit ist, sollten wir uns daran erinnern, dass sich der Jahreskreis dennoch auf die dunkle Zeit zu bewegt.

Auch der Sonnengott muss trotz aller Freude erkennen, dass sein Sohn ihn ablösen wird und seine Position einnehmen wird.

Traditionell werden zu dieser Zeit die Getreideerntedankfeste gefeiert und überall über den Türen der Häuser Getreidegaben aufgehängt.

Auch auf den Berggipfeln werden die Kreuze mit Garben oder Kränzen geschmückt.

Die Erde ist jetzt großzügig und gibt in voller Fülle von ihrer Substanz. Eine Zeit des Abgebens und Annehmens.

Es ist aber auch eine Zeit des Einsammelns der Früchte vorangegangener Bemühungen und der Freude daran. Allerdings ist dieser Lohn nicht nur materieller Natur, denn wir können außerdem viel aus den früheren Anstrengungen und Unternehmungen lernen.

Die Lamas-Zeit entspricht dem abnehmenden Halbmond, steht praktisch dem Lichtmessfest gegenüber.

Lamas ist das 7. Jahreskreisfest. Die Zahl 7 entspricht der Rune Gebo, deren Bedeutung Gabe, Gegebenes, Geschenk, wie auch Wegkreuzung, Verbindung, Vereinigung (von Gegensätzen) und auch Vermählung bedeutet.

Eine grundsätzliche Gesetzmäßigkeit ist bei diesem Fest auch zu beachten: Es kann nur das geerntet werden, was zuvor gesät wurde.

 

(Text von Od*Chi mit Ergänzungen von Angelo und Gesine)

 

 

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Mabon * Equinox * Herbst-Tag & Nacht-Gleiche

 

 

Zu Mabon sind Tag und Nacht wieder gleich lang, die Sonne steht wiederum über dem Äquator. Es ist die Zeit der Ernte und daher steht die Planung der Einlagerung der Ernte sehr stark im Vordergrund (Jungfrau-Thema: Ordnung aus der Fülle). Die Bäume beginnen ihr Laub zu verfärben und so schön und golden der Herbst mit seinen klaren Tagen ist, so wird einem doch bewusst, dass der Sommer nun vorbei ist und die kalte Jahreszeit in Windeseile heranrückt. Überall werden Erntedankfeste gefeiert.

Der Sonnen-Gott ist nun in die Jahre gekommen und hat an Leistungsfähigkeit stark abgenommen, dafür hat er an Reife und Erfahrung gewonnen.

Es existiert das Bild, das er im Schoße der Göttin Mabon liegt und von seiner Vergangenheit träumt.

Es ist das 8. und nach dem keltischen Jahreslaufverständnis das letzte Jahreskreisfest, ehe zu Samhain, mit Beginn der dunkelsten Phase des Jahres, das neue Jahr beginnt, so wie auch bei vielen Völkern der neue Tag zum Sonnenuntergang begrüßt wird.

Die 8. Rune ist die Rune NOT. Sie ist die ausgleichende Kraft, die Kraft des Karmas, also das Gesetz von Ursache und Wirkung.

Nach dem Motto, „wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch wieder hinaus“.

Sie steht in Beziehung mit dem Saturn-Aspekt. Saturn steht für Struktur und Ordnung und befasst sich vorwiegend mit dem was notwendig ist.

So ist es ja auch in dieser Zeit notwendig, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und zu schauen, was für den bevorstehenden Winter noch alles zu tun ist. Es bedarf auch Struktur und Ordnung, damit die Ernte sinnvoll eingelagert werden kann und nichts über den Winter verdirbt.

Der Bezug zu Ursache und Wirkung ist hier offensichtlich: Denn nur was gesät und gehegt wurde, kann auch entsprechend geerntet werden. Je mehr man für die Saat getan hat, desto mehr ist auch zu Ernten.

Ebenfalls der Zahl 8 ist die Rune Wunjo zugeordnet, die für die Freude und die Zufriedenheit steht. Eine gute Ernte sorgt für Zufriedenheit und dementsprechend werden auch Feste der Freude gefeiert.

Die Zahl 8 selbst steht auch für Ausgleich und Balance, was zu dieser Zeit, auch gemäß des Sonnenstandes, auch der Fall ist.

Traditionell wird der Altar mit Früchten und Getreide bunt dekoriert und der Schöpferkraft für die reichen Gaben gedankt.

 

 

 

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Samhain - Halloween - Druidenneujahr

 

 

Das letzte und auch erste Jahreskreisfest ist Samhain. Die Druiden feierten zu dieser Zeit Neujahr, da sie hier den "Samen für den Hain, der einmal ein Wald werden soll" legten. Wenn also das Lichtkind geboren werden soll, muss es ja auch irgendwann gezeugt werden und somit die Schwangerschaft eingeleitet werden. (Weicht hier von der Analogie des Kindes, das zu Litha gezeugt und an Lamas geboren wird ab!) Der Alte Sonnengott ist nun ein Greis und bereitet sich zum Sterben vor. Er geht nun in die "Anderswelt" ins Reich der Toten, wo er in Wirklichkeit sich nur zur Ruhe legt, um als neugeborenes Lichtkind wieder in diese Welt zurückzukehren. Samhain entspricht von der Energie dem Neumond. Auch der Mond, besser die Mondin, verschwindet für 3 Tage um dann von neuem wieder geboren zu werden. In der Halloween-Nacht, die aus Amerika herrührend wieder eine (äußerst zweifelhafte und von der ursprünglichen Tradition erheblich abweichende) Renaissance erlebt, sind die Tore zur Anderswelt weit geöffnet und der Kontakt mit den Ahnen und auch mit den Feen, die in den Hügeln wohnen, ist sehr leicht möglich. So mancher Wanderer soll schon in der Halloween-Nacht plötzlich ins Feenreich gelangt sein und in so mancher Geschichte entweder gar nicht mehr zurückgekommen (weil er sich womöglich in eine Fee verliebt hat) oder auch erst viele Jahre später, obwohl es ihm vorkam, nur eine Nacht in dieser Welt gewesen zu sein. Die Art, in der heutzutage das Halloween-Fest als Party gefeiert wird, entspricht, mal abgesehen von den Kürbissen, nicht der ursprünglichen Tradition, wo dieses Fest eher im Stillen und Besinnlich gefeiert wird, denn die Toten und die Ahnen, wie auch die Feen meiden eher den Lärm. Allerheiligen, das Fest der Toten im Christentum ist wohl nicht ohne Grund auf den 1. November gelegt worden, allerdings wäre anzumerken, dass die alten Völker eine wahrscheinlich positivere Einstellung zum Tod hatten und hier nicht die Toten betrauerten, sondern eher versuchten mit ihnen Kontakt aufzunehmen und dadurch wichtige Informationen und Inspirationen zu bekommen.

Wird also zu Samhain der Same gelegt, der in der dunkelsten Zeit heranreift, so schließt sich sodann der Kreis zur Wintersonnwend mit der Geburt wieder und der Jahreslauf beginnt von neuem.

Acht ist die Zahl der Ausgleichung und zugleich der Unendlichkeit.  Feiert man die Jahreskreisfeste, so ist das Jahr in 8 Teile geteilt, die in sich auch eine Ausgleichung darstellen und sich endlos fortsetzen. So ist das jeweilige Gegenüber stets die Ergänzung des anderen Festes: Die Wintersonnwend mit der längsten Nacht, steht gegenüber der Sommersonnwende mit der kürzesten, der Jahrestiefpunkt gegenüber dem Jahreshöhepunkt. - Lichtmess, mit dem Thema Licht ins Dunkel, steht gegenüber von Lamas, wo das Thema Dunkelheit kommt ins Licht aktuell ist. Die Frühlingstag- und Nachtgleiche steht der Herbst-Tag- und Nachtgleiche gegenüber, während bei ersteren die Tage nun länger als die Nächte werden, ist es bei der zweiten umgekehrt - und dem Fest der Freude und des Lebens Beltane steht das Fest des Todes und der Besinnung gegenüber - und so ist der ganze Jahreslauf wieder vollkommen ausgeglichen.

Die achte Rune ist die Rune NOT/NAUTHIZ, die bereits bei der Herbst-Tag und Nachtgleiche besprochen wurde. Sie passt aber auch zum Samhain-Fest und steht hier für den eher unangenehmen saturnischen Aspekt der Ausgleichung, eben für das kosmische Gesetz von Ursache und Wirkung. (Die 17. Rune EH repräsentiert dagegen eher den angenehmen, jupiterischen Aspekt der Ausgleichung, doch 1+7 ergibt ebenfalls 8 und besagt, dass es sich hier um die andere Seite der gleichen Medaille handelt.

So findet eben auch der Jahreslauf nach der Zeugung, der Geburt, dem Wachsen und Gedeihen, der Blüte, der Reife und der Ernte seinen natürlichen Ausgleich im Welken und Vergehen.

Damit eine Neugeburt stattfinden kann, muss das Alte erst einmal sterben und um wieder zu den lichtvollen Tagen zu kommen, muss erst einmal die größte Dunkelheit durchschritten werden. Das ist einfach NOT-wendig und eine natürliche Gesetzmäßigkeit!

Mit Samhain korrespondiert jedoch auch die 1. Rune FA/FEO, die für den Impuls und den Anfang an sich steht. Dieser Impuls, ist im Grunde noch gar nicht sichtbar, aber es ist der tatsächliche Anfang. Es ist der Same, der sich sodann im Mutterleib mit der Eizelle verbindet und zur Schwangerschaft führt. Er ist die Idee und Inspiration, die dazu führt, dass ein Projekt in Gang kommt und sie ist auch der tiefe Impuls in unserem Innern, der, wenn wir ihn beachten, uns den richtigen Weg weist, sozusagen unsere Intuition steuert.

Das Wort Vater stammt von FA-Tar (Tar = Zeugung) und deutet darauf hin, was ein Vater im Grunde eigentlich ist, nämlich ein Impuls-Zeugender.

So ist dieser Impuls und Same, die Hoffnung und der Beginn, der in der dunkelsten und tristesten Zeit seinen Anfang nimmt. Um ihn zu vernehmen ist Stille und Einkehr von Vorteil, so wie sich ja auch die Natur in dieser Zeit zurückzieht und alles still wird, was den neumodischen lauten Horrorspektakeln eben auch vollkommen widerspricht!

Doch dieses Phänomen, in der stillsten Zeit am lautesten zu sein und somit die feinen Botschaften der Natur zu überhören, finden wir ja auch in der Adventszeit beim allgemeinen Vorweihnachtsrummel wieder. Dabei wäre diese Zeit gerade so geeignet, mal eine Pause zu machen und sich ein wenig zurück zu ziehen und eben mit den liebsten Menschen zusammen zu sein (im Kerzenschein). Und diese Phase beginnt bereits zu Samhain.

Es ist an der Zeit, dass wir wieder die Feste so begehen, wie sie uns natürlich vorgegeben werden.

Lasst uns also aus der Stille heraus einen kraftvollen Samen säen, damit wir schöne, kräftige Früchte ernten können. Denn so wie man sät, so erntet man.

 

 

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