AKTUELL
OD*CHI
MUSIK
FEUERSHOW
TANZ
AKROBATIK
KUNST
NATUR
Naturwissen
Naturpädagogik
Naturerleben
Wald-Hörbuch
Permakultur
Sepp Holzer
Retreat
Wildnisschule
Kräuter
Naturschönheiten
Naturschutz
Rat der Großmütter
Reich der Percht
Gedenktag für Bruno
SCHAMANISMUS
XSUNDHEIT
MENSCHEN
PROJEKTE
SEMINARE
FORUM
ZEITUNGEN
VEREINE
LUSTIX
WETTER



Sepp Holzer mit Gattin



Die Landwirtschaft der Zukunft

Einer der Vorreiter und Koryphäen auf dem Gebiet der Permakultur ist Sepp Holzer aus dem Lungau (Salzburger Alpen).

Seine Seite www.krameterhof.at ist in jedem Falle besuchenswert, noch besser ist, einen seiner Vorträge oder den Krameterhof selbst zu besuchen.

Eine äußerst faszinierende Erscheinung mit einer Vision, die der Welt viel Segen bringen könnte, wenn sie realisiert wird!

 

 


Offener Brief an die Verantwortlichen in der Politik, Wirtschaft und Wissenschaft

 von Sepp Holzer:

 

Meine Vorstellungen von einem verantwortungsvollen, natürlichen Leben

 

 

Probleme der Gegenwart und meine Lösungsvorschläge

 

Du kommst auf die Welt, meist in einer sterilen Klinik und dort werden dir gleich die

natürlichen Wurzeln gekappt. Du wirst geimpft und mit unnatürlichem Chemiefraß

aufgepäppelt. Eine natürliche Geburt im Familienverband und ein natürliches Aufwachsen

wären der richtige Start für das zukünftige Leben des jungen Menschen. Jeder „Erdenbürger“

hat ein Anrecht, von Geburt aus, auf ein Stück Erde. Eine Landreform, die dies berücksichtigt

ist längst überfällig.

Durch ein isoliertes Aufwachsen von unserer Natur und ihren Mitlebewesen verlieren wir jede

natürliche Beziehung zu unserer Mitwelt. Ein Aufwachsen in Symbiose mit Pflanzen, Tier

und Menschen ermöglicht jedoch ein Erfahren im Miteinander und schärft in dir die Aufgabe

deines Handelns als denkendes Individuum, deiner Aufgabe des Lenkens und nicht des

Bekämpfens gerecht zu werden. Durch das Beobachten deiner Mitlebewesen wirst du

feststellen, dass die Natur perfekt ist und die Schöpfung an alle gedacht hat; dass alles

miteinander in Verbindung steht und dass es hier nichts zu verbessern gibt. Es ist deine

Aufgabe, das zu bewahren.

Es gibt keinen „Dummen“ oder „Gescheiten“, jede/r kommt zurecht, wenn er/sie nicht

bevormundet wird. Die „Dummen“ und die „Gescheiten“ machen nur wir Menschen selbst,

damit die Schwächeren benutzt werden können. Ich habe bei meinen Projekten mit allen

Menschen (Erwachsene, Kinder, Waisen- Straßen- und Müllkindern etc.) auf der ganzen

Welt, nur die besten Erfahrungen gemacht. Also nicht bevormunden, sondern ihnen die

Möglichkeit bieten, ihre Fähigkeiten auszuleben. Erfolgserlebnis, Freude, Anerkennung ist

der höchste Lohn, die beste Therapie und ergibt auch einen ökonomischen Sinn. Ein

praktisches Beispiel hierfür wäre mein Projekt BERTA, der Lebenshilfe in Bad Aussee/

Steiermark. Dies ist die erste Rollstuhl gerechte Holzer’sche Permakultur Europas.

Generationenproblem – eine große Lücke in unserer Gesellschaft

Unsere Eltern und Großeltern langweilen sich zu Tode in den Altersheimen. Die Kinder und

Enkelkinder verblöden bei den PC-Spielen/Videospielen und vor dem Fernseher. Sinn der

Schöpfung ist es, dass alte Menschen ihre Erfahrungen und Weisheiten den Kindern und

Enkelkindern weitergeben. Die Kinder haben ein Recht darauf, und können sich so viel

besser auf ihr Leben vorbereiten. Uns muss bewusst werden, dass wir hier einen ganz großen

Fehler begehen. Ein Generationenhaus und Gemeinschaftsprojekte sollen ermöglichen, diese

Lücke in der Gesellschaft zu schließen. Der Unterricht soll zu 50:50 Praxis u. Theorie

2

aufgeteilt werden. Zu jedem Kindergarten gehört ein Garten, zu jeder Schule eine

Landwirtschaft und zu jeder Universität ein Gutshof. Das sind die praktischen

Experimentiermöglichkeiten und Ausbildungsstätten für die Zukunft unserer Kinder und

somit für die Zukunft der Gesellschaft.

Bildung – Spezialisierung – Fortschritt – Verblödung

Durch die heutige moderne, so genannte fortschrittliche Ausbildung, werden junge Menschen

von der Natur weg erzogen und entwurzelt. Wenn du die die Zusammenhänge,

Wechselwirkungen und Symbiosen im Kreislauf der Natur nicht selbst beobachtet hast,

kannst du sie auch nicht erkennen und verstehen. Du kannst dich auch nicht einklinken in

diesen Kreislauf der Perfektion der Schöpfung.

Was ist die Folge? Anstatt zu begreifen, wie die Kreisläufe der Natur funktionieren, glaubst

du, du kannst sie verbessern und fängst an, sie zu bekämpfen, statt zu begreifen. Deine

Aufgabe wäre, nur lenkend in die Natur einzugreifen. Hausverstand und kreatives Denken ist

gefordert.

Unsere Kinder und Enkelkinder verblöden in den Schulen und Universitäten, ja zum Teil

vergammeln sie noch. Nicht vielleicht, weil die Lehrer und Professoren zu „dumm“ sind,

nein, weil sie nur nach Lehrplan unterrichten müssen, hinter dem sie oft selber gar nicht

stehen. Sie lassen sich verwenden von den Politikern und Lobbyisten. Aber wo ein Wille, da

gibt’s auch einen Weg, Herr Professor!! Ist der Professor aber von einer politischen Partei

abhängig, oder von Lobbyisten beeinflusst, dann kann und wird er nichts ändern. Die

abgehobene Wissenschaft hat sich so weit von der Praxis entfernt, dass ihre Theorie von der

breiten Masse nicht mehr verstanden und angenommen wird. Es fehlen schon mehrere Glieder

im Kreislauf dieser Kette.

Die Wissenschaft und Politik hat es bis heute verabsäumt, auf die ungeheuren

Umweltzerstörungen (Klimaerwärmung) entsprechend zu reagieren. Der Einfluss von Geld

und Korruption verhindert scheinbar die notwendigen Reaktionen und Maßnahmen. Die

Katastrophen werden Ausmaße erreichen, die den Kollaps dieses kranken Systems

herbeiführen.

Die Verschmutzung der Luft, die Verseuchung des Wassers und der Erde durch Einsatz von

Chemie und Kunstdünger in der Monokulturlandwirtschaft beraubt uns einer gesunden

Lebensgrundlage.

Die Nahrung ist deine Medizin. Der Bauer soll Lebensmittel erzeugen und nicht nur Bauch

füllende, chemieverseuchte, durch Monokultur minderwertige, belastende Nahrungsmittel. Er

soll als Lehrer den Mitmenschen einen respektvollen Umgang mit ihren Mitlebewesen,

Pflanzen und Tieren der Mutter Erde vermitteln.

Die Realität sieht leider ganz anders aus. Durch EU-Richtlinien, Förderauflagen, hat man den

Bauer abhängig und süchtig gemacht. Der Bauer wurde zum Subventionsempfänger

degradiert. Prämien sollen die Einschränkungen und Benachteiligungen ausgleichen. Diese

Förderungen oder so genannte Ausgleichszahlungen sind ja nur eine teilweise

Schadensabgeltung einer verfehlten Landwirtschaftspolitik der nationalen und EU-Gesetze

und Verordnungen. Wachsen oder Weichen ist die Devise der EU.

3

Spezialisieren, modernisieren, Massentierhaltung. Die Tiere werden nur mehr als Ware

behandelt. Die Beziehung zu den Mitlebewesen geht verloren. Massentierquälerei ist die

Folge. Weitere Folgen sind die Verstümmelungen der Mitlebewesen durch Enthornen,

Kupieren von Schnäbeln u. Flügeln oder Schwänzen, Stromschläge durch Kuhtrainer,

Verschandelung durch unnötig große Ohrmarken, usw. Eine derart geschundene Kreatur kann

auch keine gesunden Lebensmittel liefern. Fühlt sich das Tier nicht wohl, ist auch das Produkt

belastet.

Der Bauer ist die Seele des Volkes! Stirbt der Bauer, stirbt das Land!

Durch die verordnete Landbewirtschaftung geht altes Kulturgut unwiederbringlich verloren.

Alte und seit Jahrhunderten bewährte Veredelungs- und Verarbeitungsmethoden werden per

EU-Verordnung verhindert bzw. verboten. Zentrale, riesige Verarbeitungsstätten wie

Schlachthöfe, Großbäckereien, Brennereien, Molkereien und Käsereien usw. werden mit der

Verarbeitung beauftragt und hoch gefördert. Damit diese jedoch ausgelastet sind, hat man den

Bauern die Möglichkeiten der Selbstverarbeitung und Veredlung ihrer eigenen Produkte

erschwert bzw. entzogen.

Bei dem verbleibenden, kleinen Rest der Biobauern, wurden die Förderungen der EU

(Schadensabgeltungen) gekürzt, und die Schikanen (Auflagen) erhöht. Alles weitere, weiß

man, regelt sich dann ja von selbst. Der Bauer als Sklave auf seinem eigenen Hof, meist hoch

verschuldet durch die Übermechanisierung und Spezialisierung, abgerackert, bevormundet

und von all den administrativen Aufgaben und Schikanen unseres aufgeblähten

Verwaltungsapparates überfordert, fristet er sein Leben in der totalen Abhängigkeit. Wen

wundert es da noch, wenn die Kinder den Leidensweg der Eltern nicht fortsetzen möchten?

Die Lösung aller Probleme:

Zivilcourage und nicht Lemmingverhalten ist notwendig, um sich gegen diesen

praxisfremden, aufgeblähten Verwaltungsapparat zur Wehr zu setzen.

Versetze dich hinein in dein Gegenüber, in die Pflanzen, Tiere, ja auch den Menschen,

und frage dich, ob du dich an dessen Stelle wohl fühlen würdest. Fühlt sich der Regenwurm

wohl, ist der Boden gesund. Auch die Pflanze und das Tier fühlen sich dann wohl, wenn sie

im richtigen Biotop und in Freiheit leben können. Den größten Erfolg und Vorteil hast du,

wenn du die Geschicke richtig lenkst. Den Boden nutzen und nicht ausnutzen. Vielfalt und

nicht Einfalt erhält das System. Es ist dein Auftrag der Schöpfung, die Geschicke zu lenken

und nicht zu bekämpfen. Die Natur ist perfekt. Da gibt es nichts zu verbessern. Wenn du das

jedoch versuchst, so ist das Selbstbetrug. Die Natur ist auch vollkommen, die Fehler machen

nur wir Menschen. Angst wird dir eingeflößt – befreie dich davon, denn Angst ist der

schlechteste Begleiter im Leben. Durch einen respektvollen Umgang mit der Schöpfung und

deinen Mitlebewesen profitierst du selbst am meisten und Bauer sein, wird zum schönsten

Beruf.

 

Sepp Holzer